Lebendige Ortskerne statt Leerstand –
Neue Wege der Dorfentwicklung in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg
Wie können unsere Ortskerne wieder attraktiv und lebendig werden? Und wie schafft man es junge Menschen im Dorf zu halten und dabei gleichzeitig gegen den Leerstand zu kämpfen? Mit diesen Fragen hat sich auch die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg auseinandergesetzt und Strategien sowie Konzepte zur Dorfentwicklung auf den Weg gebracht.
Zwischen Natur, Kultur und Geschichte: Die VG Otterbach-Otterberg
Die Ortschaften werden geprägt durch die abwechslungsreiche Landschaft zwischen dem Nordpfälzer Bergland und dem Lautertal, die zum Wandern oder Radfahren einladen. Zudem findet man einige Sehenswürdigkeiten in der Verbandsgemeinde, wie zum Beispiel die Fachwerkhäuser und die aus dem 12. Jahrhundert stammende Abteikirche in der Altstadt Otterbergs. Und auch kulturell gibt es einiges zu entdecken, beispielsweise die Freilichtbühne in der Ortsgemeinde Katzweiler, die ihr Publikum immer wieder mit großartigen Theaterspielen unter freiem Himmel verzaubert.
Es gibt also vielfältige Freizeitaktivitäten in der Verbandsgemeinde, die zur Steigerung der Lebensqualität und des Wohlbefindens beitragen.
Neue Impulse durch das LEADER-Projekt
Dorfumbau-Managerin: Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger
Seit April 2025 ist Natalie Miller als Dorfumbaumanagerin in der Verbandsgemeinde tätig und kann als „Kümmerin vor Ort“ gezielt Maßnahmen umsetzen und Bürgerinnen und Bürger bei der Suche und Sanierung von leerstehenden Häusern beraten. Für ein erfolgreiches Leerstandsmanagement führt sie außerdem eine kontinuierliche Beobachtung der Leerstandsentwicklung mit Hilfe von GIS (Geoinformationssystem)-Tools durch. So soll erreicht werden, dass Leerstände aktiviert werden, die Innenentwicklung gefördert wird und die vorhandene Bausubstanz, vor allem in den Ortskernen, umgenutzt und attraktiv gestaltet wird. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf ortsbildgerechten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, damit die Identität und die Identifikation mit dem eigenen Ort erhalten bleibt.
Sanierungsgebiete sind spezielle Ortsbereiche, die von den Kommunen, mit dem Ziel bauliche Missstände zu beseitigen, ausgewiesen werden. Meist handelt es sich bei diesen Gebieten um die Ortskerne, die dadurch aufgewertet und dauerhaft gestärkt werden sollen.
Private Eigentümer innerhalb eines Sanierungsgebiets können Förderungen für Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an ihrem Gebäude bekommen und haben die Möglichkeit eine erhöhte steuerliche Absetzung geltend zu machen. Wichtig ist aber immer eine umfangreiche Planung und Vorbereitung vor dem Beginn der Baumaßnahmen, das Informieren über nicht förderfähige Maßnahmen und eine enge Abstimmung mit der Gemeinde.
Junge Familien auf dem Land: Chancen für unsere Dörfer?
Vor allem immer mehr junge Familien entscheiden sich für ein Leben auf dem Land. Der direkte Zugang zur Natur, der Gemeinschaftssinn auf dem Land und bezahlbarer Wohnraum sind oft häufig genannte Gründe, warum junge Familien lieber auf dem Land statt in der Stadt leben wollen.
Gerade für kleinere Gemeinden stellt dieses wachsende Interesse eine große Chance dar, denn so können demografische Herausforderungen in ländlichen Regionen abgemildert werden und Schulen sowie Kitas bleiben erhalten.
Dennoch ist es wichtig den Zuzug nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten. Vielerorts werden große Einfamilienhaussiedlungen am Ortsrand oder auf der „grünen Wiese“ ausgewiesen, während die Ortskerne von Leerstand geprägt sind. Daher ist es umso wichtiger, dass die Ortskerne in den Fokus gerückt und durch gezielte Maßnahmen belebt werden. Zudem sind moderne Infrastrukturen, die den Bedürfnissen der Einwohner gerecht werden von Bedeutung. Eine gute Verkehrsanbindung mit Bus-, Zug- und Fahrradnetzen sowie schnelles Internet spielen zunehmend eine wichtige Rolle in der Entwicklung ländlicher Gemeinden.
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